Die besten Kreditkarten für eine Reise nach Indien

Die besten Kreditkarten für eine Reise nach Indien

Indien ist nicht ohne Grund seit Jahrzehnten eines der bekanntesten Backpackerziele. Die vielfältige Kultur und Natur überraschen immer wieder auf’s Neue. Mit der richtigen Kreditkarte kann man in ganz Indien problemlos Geld abheben, denn Kleingeld sollte man immer bar zur Hand haben.

Julia Julia

Reisen in Indien

Indien lockt jedes Jahr rund 8 Mio Touristen an. Neben pauschal organisierten Rundreisen, die unter anderem meist das weltberühmte Taj Mahal besichtigen, und Strandurlauben an den Hippiestrandorten im Bundesstaat Goa, sind Aufenthalte in Ayurveda „Kliniken“ in Kerala, Yoga Retreats im Himalayaort Rishikesh und Meditationsresorts (auch Ashrams genannt), wie das weltbekannte Osho Ashram in Pune bei Mumbai, häufig Grund für eine Reise nach Indien.

Für Alleinreisende und Backpacker*innen ist Indien nicht nur ein sehr günstiges Reiseland, sondern auch ein sehr spannendes. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Indien landesweit sehr gut ausgebaut. Das Eisenbahnnetz erstreckt sich über das ganze Land, in Übernachtbussen (Redbus) kann man schnell, günstig und komfortabel lange Strecken zurücklegen. Alternativ gibt es einige nationale Fluglinien, die zum Teil günstige Inlandsflüge zwischen den Metropolen anbieten. Öffentliche Linienbusse verbinden jedes noch so entlegene Dorf, am besten geht man morgens direkt zum Busbahnhof und fragt sich durch.

Taj Mahal
Das weltberühmte Taj Mahal

Währung Indische Rupie

In Indien zahlt man mit der indische Rupie ( auch Rupien genannt und mit INR oder Rs abgekürzt). 100 INR entsprechen dem aktuellen Wechselkurs zufolge in etwa 1,30 EUR (Stand April 2019), das heißt 1 EUR sind knapp 80 INR. Den aktuellen Wechselkurs findest du hier, oder direkt über die Suchmaschine deiner Wahl.

Es gibt 1, 2, 5 und 10 Rupien-Münzen sowie 5, 10, 20, 50, 100, 200, 500 und selten auch 2000 Rupien-Scheine. Die 1000 Rupien-Scheine wurden im Rahmen einer Anti-Korruptionskampagne im Jahr 2016 abgeschafft.

Mahatma Gandhi auf einer 500 Rupien Banknote
Mahatma Gandhi auf einer 500 Rupien Banknote

Geld abheben in Indien

In Indien werden in größeren Hotel- und Restaurantketten sowie Shopping-Malls zwar Kreditkarten akzeptiert. Dennoch ist im Alltag Bargeld das übliche Zahlungsmittel und vor allem auf Straßenmärkten, in kleineren Supermärkten und vielen Hostels unumgänglich. Ausländische Währungen, wie USD oder EUR werden in der Regel nicht als Zahlungsmittel angenommen, die Mitnahme von größeren Summen Bargeld ist deshalb nicht zu empfehlen. Zudem würde ich dir grundsätzlich nicht empfehlen mit sehr großen Mengen Bargeld unterwegs zu sein, da Taschendiebe sowohl auf der Straße als auch im Hostel dadurch leichteres Spiel haben.

In größeren Städten gibt es Wechselstuben, die aber häufig schlechtere Wechselkurse anbieten und grundsätzlich mit der Gefahr verbinden sind, abgezockt zu werden. Geldautomaten (ATM’s) findest du in jeder etwas größeren Ortschaft in Indien, auch außerhalb der üblichen Touristenhotspots. Bei den Apps GoogleMaps oder MapsMe kann man Geldautomaten in der näheren Umgebung ganz einfach finden, indem man „ATM“ in der Suche eingibt. Die Geldautomaten aller größeren Banken akzeptieren Visa Card und Mastercards. Es empfiehlt sich darauf zu achten, dass die eigene Bank beim Abheben von der Kreditkarte keine Gebühren erhebt, um unerwartete Kosten zu vermeiden.

Fremdgebühren sind beim Geldabheben an ATM’s in Indien leider sehr üblich. Bei den meisten Banken liegen diese Gebühren bei maximal 200 Rs (entspricht etwa 3€). Einige wenige Banken bieten gebührenfreies Abheben für ausländische Kreditkarten an. Hierzu gehören unter anderem die HSBC Bank India und die United Bank of India.

Kreditkarten für Indien im Vergleich

Ich bin mit zwei Kreditkarten durch Indien gereist, denn (Achtung: Tipp!) falls aus irgendeinem Grund eine Karte nicht funktioniert oder verloren geht, hast du immer noch eine Zweite.

Meine erste Kreditkarte ist die Student Card von der DKB. Der Unterschied zur „normalen“ Visa Card der DKB liegt darin, dass die Karte gleichzeitig ein Internationaler Studierendenausweis (ISIC) ist. Hierzu muss man nur eine Immatrikulationsbescheinigung online einreichen. Die Ausstellung eines Internationalen Studierendenausweis kostet normalerweise 15 EUR. Es ist aber in vielen Ländern, auch in Indien, möglich damit Rabatte auf Eintrittspreise an Sehenswürdigkeiten zu bekommen. Da ich bei der DKB Aktivkundin bin, fallen keinerlei Kontoführungs- oder Kreditkartennutzungsgebühren beim Abheben oder Bezahlen an.

Meine zweite Kreditkarte ist von der Commerzbank. Ich nutze diese Karte allerdings im Ausland kaum oder wenn dann nur für Onlinezahlungen (beim Buchen von Flügen beispielsweise), da hier Gebühren beim Geldabheben anfallen. Um bei solchen Buchungen und Käufen im Internet abgesichter zu sein, habe ich meine Kreditkarten über „Verified by Visa“ freigeschaltet.

DKB Reisekreditkarte

  • Weltweit kostenlos Geldabheben und bezahlen (Nur als Aktivkunde)
  • Visakarte mit Girokonto
  • Dauerhaft beitragsfrei
  • Aktivkunde mit Geldeingang von mindestens 700€ im Monat
  • Jahresgebühr 0€
  • Bargeldabhebungsgebühr EU: Keine
    Weltweit: Keine
  • Beantragen
Kartensystem Visa
Kartentyp Charge
Jahresgebühr 0€
Guthabenzins 0.2%
Bargeldabhebungsgebühren Weltweit: Keine
EU: Keine
Auslandseinsatzgebühren Weltweit: Keine
EU: Keine
Erstattung von Fremdgebühren Nein
Effektiver Jahreszins 7.9% p.A.

Santander 1Plus Visa Reisekreditkarte

  • Weltweit kostenlos Geldabheben und bezahlen
  • Kein Girokontoabschluss notwendig
  • Rückerstattung der Fremdgebühren
  • Rechnungsausgleich nur per Überweisung
  • Jahresgebühr 0€
  • Bargeldabhebungsgebühr EU: Keine
    Weltweit: Keine
  • Beantragen
Kartensystem Visa
Kartentyp Charge
Jahresgebühr 0€
Guthabenzins Nein
Bargeldabhebungsgebühren Weltweit: Keine
EU: Keine
Auslandseinsatzgebühren Weltweit: Keine
EU: Keine
Erstattung von Fremdgebühren Ja
Effektiver Jahreszins 13.98% p.A.

comdirect Kreditkarte

  • Weltweit kostenlos Geld abheben
  • Keine Grundgebühren
  • Bis zu 100€ Bonus
  • 1,75% Auslandseinsatzgebühren
  • Jahresgebühr 0€
  • Bargeldabhebungsgebühr EU: Keine
    Weltweit: 1.75%
  • Beantragen
Kartensystem Visa
Kartentyp Debit
Jahresgebühr 0€
Guthabenzins 0.25%
Bargeldabhebungsgebühren Weltweit: Keine
EU: Keine
Auslandseinsatzgebühren Weltweit: 1.75%
EU: Keine
Erstattung von Fremdgebühren Nein
Effektiver Jahreszins 6.5% p.A.
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Auslandskrankenversicherung für Indien

Aus Erfahrung kann ich jeder/jedem Reisenden nur ans Herz legen eine Krankenversicherung abzuschließen. Deine Gesundheit und dein körperliches Wohlbehalten sollte – gerade auf längeren Reisen – nicht der Punkt sein, an dem du sparst.

Auf Reisen bis zu 56 Tagen bietet die Auslandskrankenversicherung der HUK-Coburg meiner Erfahrung nach ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Seit einigen Jahren bin ich auf längeren Reisen über Dr. Walter versichert. Das Unternehmen bietet einen Katalog verschiedener Versicherungstypen je nach Reiseart und Reiseziel. Es gibt beispielsweise spezielle Pakete für Auslandspraktika oder Au-pair-Aufenthalte, in denen verschiedene Versicherungsleistungen kombiniert sind. Die Versicherung kann man kurzfristig, schnell und unkompliziert online abschließen. Der Service bei Fragen, Verlängerungen oder Verkürzung der Versicherungs- bzw. Reisezeit und Erstattungen, ist sehr zuverlässig und entgegenkommend.

Auf meiner Reise durch Indien war ich durch das Versicherungspaket „PROTRIP“ für unter 30€ im Monat kranken-, unfall- und haftpflichtversichert. Eine Reisegepäckversicherung kann unter Umständen sinnvoll sein, wenn du mit teureren elektronischen Geräten (z.B. Laptop, Spiegelreflexkamera, …) reist. Für mich selbst habe ich mich, nach Abwägen über den „Restwert“ meines Reisegepäcks, gegen eine solche Zusatzversicherung entschieden.

Falls du eine Kreditkarte mit Auslandskrankenversicherung suchst, dann kann ich dir auf jeden Fall die N26 Black Kreditkarte empfehlen.

Meine Reisehightlights

Ich habe Indien bisher zweimal bereist. Die erste Reise führte mich drei Wochen durch den Nordosten des Landes. Ab der Hauptstadt Delhi habe ich eine Rundreise durch den Bundesstaat Rajasthan gemacht. Auf meiner Route lagen die Städte Bikaner, die sogenannte gelbe Stadt Jaisalmer in der Wüste Thar, die blaue Stadt Jodhpur, die heilige Stadt Pushkar und deren Nachbarstadt Ajmer, die pinke Stadt Jaipur, Agra mit dem Taj Mahal und einige kleinere Orte. Rajasthan ist zum einen für die nordindische Küche bekannt, mit cremigen Curries und frisch gebackenen Fladenbroten, zum anderen für die besondere Architektur der Festungsanlagen und Paläste. Die Frauen tragen in diesem Teil Indiens besonders bunte Saris (so heißen die typischen, gewickelten Gewänder der Frauen) und auf den Märkten gibt es die besten Gewürze.

Itimad-ud-Daula-Mausoleum in Indien
Das Itimad-ud-Daula-Mausoleum in Agra

Meine zweite Reise führte mich drei Monate durch die südindischen Bundesstaaten Telangana, Tamil Nadu, Kerala, Karnataka, Goa und Maharashtra von Hyderabad bis Pune. Der Süden Indiens ist bekannt für Teeplantagen, die besonders bunten hinduistischen Tempel und schöne Strände. Munnar, Ooty und Coonoor sind sogenannte Hill Stations aus der britischen Besatzungszeit, in deren Umgebung Tee angebaut wird. Hier kann man nicht nur Teeplantagen besichtigen, sondern auch den besten Tee Südindiens trinken und kaufen. Die Tempel in Madurai, Trichy und Thanjavur in Tamil Nadu gehören zu den beeindruckendsten ihrer Art.

Zum Abschluss einer anstrengenden Reise kann man im Bundesstaat Goa, abseits des typisch indischen Trubels entspannen und die Eindrücke Revue passieren lassen. Die südlicheren Strände zwischen Vasco de Gama und Karwar gelten als ruhiger. Mein persönlicher Geheimtipp für nahezu einsame Strandabschnitte auch in der absoluten Hochsaison ist der Strandort Agonda. Der Norden Goas, vor allem die Region um Vagator und Panaji, gelten als Hippie Badeorte mit den besten Bars, Beach Parties und Shoppinggelegenheiten.

Teeplantage in Munnar, Indien
Teeplantagen von Munnar

Reisetipps

Reisevorbereitungen

Vor meiner Reise nach Indien habe ich mich in zweifacher Weise vorbereitet. Zuerst habe ich frühzeitig alle organisatorischen Punkte geklärt. Dazu gehört die Beantragung des Visums, die Auswahl der richtigen Kreditkarte, das Buchen von Flügen und einer Unterkunft für die ersten Nächte und ein Termin beim Hausarzt für nötige Reiseimpfungen. Einige Tage vor der Abreise habe ich mir die offline Version von Google Maps bzw. die App MapsMe heruntergeladen, um problemlos den Weg vom Flughafen zum Hostel zu finden. Beim Packen für eine Reise gelten zwei Regeln: weniger ist mehr und in Indien kann man alles kaufen, was man braucht oder vermisst.

Der zweite Teil der Vorbereitung lag in der Planung der Reiseroute. Ich habe meine Recherche online begonnen und mir Youtube Videos, Blogposts und Instagramprofile zum Thema #travelingindia angeschaut. In der Bücherei oder einer Buchhandlung habe ich durch verschiedene Reiseführer geblättert, um mir zu überlegen, welche Orte ich unbedingt sehen möchte. Einen Reiseführer habe ich nicht mitgenommen, sondern im ersten Hostel im Free Shelf geguckt, ob jemand ein Buch dort gelassen hat. Das spart zum einen Geld und zum anderen reduziert es das Gewicht deines Reisegepäcks. Einige wichtige Informationen habe ich vor der Reise eingescannt oder abfotografiert.

Devarakonda Indien

Visum

Deutsche brauchen für eine Reise nach Indien einen Reisepass und ein Visum. Touristenvisa sind elektronisch online zu beantragen ( e-Tourist Visa) und sind ab dem Ausstellungsdatum sechs Monate gültig und berechtigen zu einem Aufenthalt von bis zu 60 Tagen. Weitere detailierte Informationen findest du unter „Visum“ auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Bei der Einreise solltest du unbedingt kontrollieren, dass du einen Stempel im Pass hast, da du sonst Probleme bei der Ausreise bekommen kannst.

Ankunft im Reiseland

Noch am Flughafen kümmere ich mich bei einer längeren Reise um zwei wichtige Dinge: Bargeld und mobile Daten. Mein erster Weg nach dem Gepäckband führt mich auf jeder Reise zu einem Geldautomaten mit VISA Zeichen, um kostenlos Bargeld in der Landeswährung abzuheben. Meist gibt es an Flughäfen gleich mehrere Geldautomaten verschiedener Banken nebeneinander. Es lohnt sich im Zweifelsfall bei mehreren Geldautomaten zu checken, ob diese Abhebegebühren haben, um sich unnötige Kosten zu sparen.

In Indien kann man sich problemlos eine SIM Karte kaufen, um überall im Land das sehr gut ausgebaute 4G Netz zu nutzen. Es gibt verschiedene Tarifangebote und die Verkäufer*innen werden euch beraten. Für den Kauf einer SIM-Karte in Indien braucht man zwei Passfotos und einen Reisepass für die Registrierung. Nach 12h wird die Karte und die neue Nummer freigeschaltet, deshalb macht es Sinn sich so früh wie möglich darum zu kümmern. Allerdings gibt es in allen Hotels und vielen Restaurants WLAN, weshalb man während einer kürzen Reise auch auf eine SIM-Karte verzichten kann, wenn man an dieser Stelle Geld sparen möchte.

Gewürzstand in Goa
Straßenstand mit den unterschiedlichsten Gewürzen

Sicherheit

Um dich bestmöglich vor Kreditkartenbetrügen (Kreditkarten Skimming) zu schützen, solltest du nie mit mehreren Kreditkarten am gleichen Geldautomaten abheben. Vom Geldwechseln (vor allem an nicht offiziellen Wechselstuben) rate ich dir dringend ab, da häufig Falschgeld im Umlauf ist und man dies häufig erst zu spät bemerkt.

Mein wichtigster Reisetipp ist auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Fühlst du dich in einer Situation nicht wohl, ändere dies wenn möglich. Indien ist berüchtigt dafür – besonders für alleinreisende Frauen – nicht sicher zu sein. Ich kann dieses Gerücht aus meinen eigenen Erfahrungen heraus nicht bestätigen, kann aber durchaus verstehen, dass Indien in mancher Hinsicht manchmal überwältigend wirken kann. Verhältst du dich respektvoll und versuchst ohne Vorurteile deine Reise zu beginnen, wirst du ein sehr gastfreundschaftliches und unglaublich hilfsbereites Volk kennenlernen. Meine Erfahrung ist: die besten Tipps bekommt man von Einheimischen, egal ob es um Sehenswürdigkeiten geht oder um Restaurants.

Gesundheit

Besonders „einheimische“ einfache Lokale und Straßenstände bieten eine unglaubliche Vielfalt an Leckereien. In jeder Region Indiens gibt es unterschiedliche Spezialitäten, die du probieren solltest. Gute Restaurants kannst du häufig daran erkennen, dass sie von Einheimischen gut besucht. Im Zweifelfall gilt aber dennoch Vorsicht bei rohen Lebensmitteln und Getränken, die nicht original verschlossen sind. Im Falle von Unverträglichkeiten oder einer leichten Lebensmittelvergiftung ist es sinnvoll eine kleine Reiseapotheke mit den nötigsten Medikamenten dabeizuhaben. Frage hierzu am besten deinen Hausarzt / deine Hausärztin oder Apotheker*in.

Julia

Julia

Ich bin Julia, 24 Jahre alt und Masterstudentin. Ich reise, wann immer ich kann und war bereits in 46 Ländern auf 5 Kontinenten. In einigen Ländern habe ich länger gelebt, andere habe ich kürzer oder länger auf verschiedenste Art bereist. So konnte ich viele Erfahrungen rund um’s Reisen sammeln, die ich nun gerne weitergeben möchte.